Berichte von TeilnehmerInnen

Von Eva Groyer aus dem  Mitteilungsblatt der Parkinson Selbsthilfegruppe Wien 

Tanzen will ich… ,,Tanz mit Parki“ – die Bekehrung einer Unwilligen

Als mich meine Freundin neulich anrief und fragte, ob ich an einer Tanztherapie teilnehmen wolle, war ich als Tanz- und Bewegungsmuffel mehr als skeptisch, aber weil es einfach schien (nur Turnschuhe und bequeme Alltagskleidung) und ich auch in letzter Zeit etwas zu wenig auf meine Beweglichkeit achtete, probierte ich’s: Es begann (in einem Erdgeschoß-Studio im 8. Bezirk, ohne Spiegel an den Wänden) nach einem Tee und einer kurzen Vorstellrunde mit wunderbarer Renaissancemusik. Unsere  Tanztherapeutin, Ursula Löwe, forderte uns auf, loszulassen und unseren Gefühlen folgend, mit allen Körperteilen (Kopf, Arme, Beine) uns nach unseren eigenen Möglichkeiten und unserer eigenen Choreografie zu bewegen. Und so war es dann auch: Mit jedem neuen Musikstück (auch Tango oder Jazz) fiel uns was anderes ein, manchmal bezogen wir auch Mittänzerinnen ein, stampften, schwebten, flogen (oder so ähnlich). Nach einer kurzen Tee-Pause freuten wir uns schon auf s Weitertanzen. Der gesamte Kurs dauert netto eine Stunde und nach dieser Stunde, in der uns Frau Löwe wunderbar positiv animierte und kommentierte, vergaßen wir unsere Einschränkungen und fühlten uns leicht, gut durchblutet und die Kreuzschmerzen war auch weg. Die sorgfältig ausgewählte und verschiedenartige Musik macht schon den halben Tanz, einige (im Studio vorhandene) Accessoires wie Fächer, Polster, Tücher beflügelten unsere Phantasie und Bewegungslust noch mehr. Wer sagt, ich sei ein Bewegungsmuffel, Tanzen macht doch Spaß und glücklich! Ich freu mich auf das nächste Mal und auf Mittänzer und Mittänzerinnen!

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„Wenn ich tanze, vergesse ich das ich Parkinson habe.“ Ilse G. 

Meine Frau sagt manchmal wenn ich nach Hause komme, „was ist denn mit  dir los? du bist ja ein ganz anderer Mensch – so vergnügt…“ Karl. S. 

„Es hat mir gleich Spaß gemacht, obwohl ich nie ein Tänzer war. Erst hab ich gedacht, was soll ich da eigentlich, hab so in mich hinein gehorcht, ich bin ja nie Tanzen gegangen, aber da im Kurs ist es wurscht welche Schritte man macht. Die Freiheit, das ist, glaub ich, das Wichtige, das Befreiende. Wenn wir hier tanzen, verbinde ich dies immer mit Freisein.“ Ulli T . 

„Was mich so freut, ist, mich in diese verschiedenen Rhythmen hineinzufügen, die jedes Mal anders sind und es nimmt mich sehr mit in die Bewegung. Das bringt mich hier vielmehr in Bewegung, als wenn ich irgendwelche Physiotherapie- Übungen mache – sehr heilend auf verschiedenen Ebenen. Rein körperlich und auch stimmungsmäßig und so. Alles das geht hier sehr gut, weil auch der Gruppeneffekt dabei ist, es ist irgendwie ein Zusammenhalt in dieser Gruppe.“ Monique D.      

„Das Tanzen hier ist was für die Seele, ich bin alleine, aber doch in der Gemeinschaft.“  Uta G.

Durch die Leichtigkeit hier beim Tanzen ist es wie ein Wegheben von der Schwere, dass man auch vielleicht durch die gute Stimmung und das schöne Erleben auch manchmal ein Problem nachher anders sehen könnte. Ja, die Stimmung , die ist gut und wenn nix Schlimmes dazwischen kommt, dann bleibt die gute Stimmung länger. Ich komme beschwingt und locker nach Hause.“ Elisa D.